Sommerekzem

 
Bei dem Sommerekzem handelt es sich um eine saisonal auftretende allergische Hauterkrankung des Pferdes, die sich in Juckreiz, Scheuern, Verdickungen der Haut, Haarverlust bis hin zu blutigen Pusteln an Mähnenkamm, Rückenlinie und Schweif äußert.
Die Entstehung dieser immer häufiger auftretenden chronischen Erkrankung ist eine multifaktorielle. Neben einer genetischen Disposition spielen 


  • Stress
  • Dysbiosen im Darm 
  • eingeschränkte Nieren- und oder Leberfunktion und daraus resultierende 
  • Stoffwechselprobleme eine entscheidende Rolle, warum ein Pferd ein Sommerekzem entwickelt. 



Viele unserer Pferde leiden unter Stress. Sei es aufgrund von nicht artgerechter Haltung, zu wenig Raufutter, chronischer Stress in der Herde oder bei der Arbeit mit dem Menschen oder subtiler Dauerstress, weil das Nervensystem aufgrund einer traumatischen Erfahrung in der Vergangenheit einfach nicht zur Ruhe kommen kann. Ist letzteres der Fall empfiehlt sich die traumasensible Körperarbeit, welche dem Nervensystem des Pferdes hilft, hier wieder in die Balance zu kommen.

Aber was genau bewirkt Stress denn im Körper und was hat das eigentlich mit dem Sommerekzem zu tun?
Hormonell bedeutet Stress eine erhöhte Ausschüttung von Cortisol und Adrenalin. Diese beiden Hormone bewirken ua eine Gefäßverengung im Verdauungstrakt und in der Niere, dh, diese Organe werden nicht optimal versorgt und können somit nicht optimal arbeiten. Dies wäre kurzfristig für Notfallsituationen wie Flucht oder Kampf durchaus sinnvoll, damit genügend Blut und somit Sauerstoff für die Muskeln bereit steht. Dauerhaft schadet dieser Zustand jedoch, denn kann der Darm seiner Arbeit nicht in vollem Umfang nachkommen, hat das offenkundig natürlich weitreichende Folgen. Das gleiche gilt für die Niere. Sie ist u.a. dafür zuständig, wasserlösliche Abfallstoffe über den Urin zu entsorgen. Schafft sie dies nicht mehr vollständig und diese Abfallstoffe zirkulieren weiterhin im Blut, kann die Haut als sogenannnte Hilfsniere, mit einem ähnlichen Mechanismus wie die Nierenkanälchen, über den Schweiß zusätzlich Säuren, Salze und Stoffwechselprodukte entsorgen.
Dies erklärt, warum übersäuerte Pferde mit Stoffwechselproblemen oft wahre Insektenmagnete sind. Die Insekten werden durch den sauren Geruch angelockt. Hier wird in erster Linie natürlich auch der Zusammenhang mit dem Sommerekzem deutlich. Diese Stoffwechselprodukte befinden sich dann außen auf der Haut, reizen diese, worauf es schon zu ersten Hautirritationen kommt. Sogenannte Sekundärinfektionen wie Bakterien, Pilze, Milben oder andere Ektoparasiten haben es leichter, die Haut anzugreifen. Der Speichel von Blut saugenden Insekten ist dann oft der Tropfen zum Überlaufen und bewirkt eine Überreaktion des Immunsystems. Jucken und Scheuern sind die Folge und sorgen oft für noch mehr Stress im System. Das Pferd kann nicht mehr zur Ruhe kommen.
Dies heißt natürlich nicht, dass jedes Pferd, das Dauerstress hat, ein Sommerekzem entwickelt. Jeder Organismus reagiert individuell und hat andere Schwachstellen. Anhaltender Stress trägt aber in jedem Fall dazu bei, ein Abklingen der Symptome des Sommerekzems zu verhindern.


Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entstehung eines Sommerekzems ist die Fütterung. Ist diese beispielsweise reich an schnell verdaulichen Kohlenhydraten wie Getreide und arm an Raufutter oder es wird Heulage gefüttert, verändert sich die Zusammensetzung der Mikrooganismen im Pferdedarm in eine für das Pferd unphysiologiche Richtung. Cellulose abbauende Darmsymbionten werden verdrängt von säurebildenden Organismen, wie zB. Milchsäurebakterien, welche, wie der Name schon sagt, Säuren produzieren. Folgen sind eine weiter voran schreitende Übersäuerung des Gewebes und das Fehlen wichtiger Vitamine für die Entgiftung, die normalerweise von den Cellulose abbauenden Mikroorganismen produziert werden würden. Leber und Niere kommen mit der Entgiftung nicht mehr hinterher und über die Haut wird im Notfallprogramm mit entsorgt mit den oben beschriebenen Folgen.
Bei der ganzheiltichen Therapie eines Sommerekzems ist daher die Umstellung auf eine natürliche Fütterung unumgänglich. 



Schauen wir noch eine Ebene tiefer, ist die Haut unsere Abgrenzung und unser Schutz zur Außenwelt, gleichzeitig aber auch unser Berührungs- und Kontaktorgan. Eine Entzündung beschreibt immer einen Konflikt. Psychosomatisch hier also einen Konflikt zwischen Abgrenzung und Kontakt. Da Pferde ihre Besitzer spiegeln, darf dieser bei entsprechender Bereitschaft gerne schauen, ob er oder sie die eigenen Themen hier wiederfinden kann. Dies MUSS natürlich nicht zutreffen, kann aber für den Besitzer eine Chance sein, sich selber weiterzuentwickeln. Unsere Pferde können uns auf diesem Weg eine große Hilfe sein, wenn wir bereit sind, uns darauf einzulassen.


Was kann ich tun, um meinem Pferd mit Sommerekzem akut zu helfen?
Eine Ekzemerdecke ist natürlich ganz akut eine sinnvolle Möglichkeit, dem Pferd Linderung zu verschaffen, sollte aber meiner Meinung nach immer nur eine temporäre und nicht die einzige Maßnahme bleiben. Man darf nicht vergessen, dass man dem Pferd mit dem dauerhaften Tragen einer Decke die Möglichkeit nimmt, Fellpflege mit seinen Artgenossen zu betreiben, es weder Wind, Sonne oder Regen auf seiner Haut spüren darf und auch in seinem Ausdruck, seinen Möglichkeiten mit seinen Artgenossen zu kommunizieren, eingeschränkt wird.


Die Behandlung eines Sommerekzems sollte immer mehrgleisig erfolgen, von innen durch eine Futterumstellung, Darmsanierung und Unterstützung der Entgiftung und von außen durch eine Behandlung der betroffenen Hautstellen.
Hier empfehle ich zunächst die betroffenen Hautstellen mit einer pH-neutralen parfümfreien Waschlotion zu waschen, um in und auf der Haut sitzende Toxine zu entfernen. Anschließend kann ozonisiertes Olivenöl aufgetragen werden. Ozonisiertes Olivenöl wirkt antibakteriell, antimykotisch (gegen Pilze) und antiviral. Es enthält aktiven Sauerstoff, welcher in das Gewebe eindringt und einer Übersäuerung entgegen wirkt, Regeneration und Widerstandskraft der Haut fördert und zudem einen schmerzlindernden Effekt hat. Es enthält, im Gegensatz zu vielen anderen chemischen Hautpflegeprodukten, keine für den Organismus belastenden Stoffe. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass die Haut als Stoffwechselorgan nicht nur Stoffe nach außen befördert, sondern auch alles, was aufgetragen wird, aufnehmen kann und somit ins System, in den Blutkreislauf bringt.
Ein zusätzlicher positiver Effekt entsteht, wenn ich das ozonisierte Olivenöl mit anorganischem Schwefel zu einer Paste vermische und auftrage. Dies hilft ebenfalls der Haut und wirkt ebenfalls gegen Milben, von denen Ekzemer sehr häufig zusätzlich belagert werden.
Ein natürlicher Insektenschutz mit ätherischen Ölen wie bspw. Zitrone, Eukalyptus, Lavendel oder Teebaum können verdünnt(!) aufgetragen werden, sollten natürlich aber nicht in offene Wunden oder in die Nähe von Augen und Schleimhäuten gelangen.


Innerlich profitiert der Ekzemer von einer optimalen Versorgung mit Mineralien in Form eines natürlichen Mineralfutters, ohne Inhaltsstoffe, die den Stoffwechsel noch weiter belasten, wie bspw. synthetische Vitamine oder Zucker in Form von Melasse oder ähnlichem. Der Vorteil hier ist, dass jede Pflanze eine Vielzahl an Inhaltsstoffen mitbringt, die oft genau in dieser Zusammensetzung optimal verstoffwechselt werden können. Ich empfehle Mineralfutter immer kurweise im Anbieteverfahren zu geben und regelmäßig das Mineralfutter zu wechseln. Anbieteverfahren bedeutet, dass dem Pferd das Futter pur angeboten wird und es dies bei Bedarf aufnehmen kann. Dies funktioniert natürlich nur, wenn dem Futter keinerlei Süßungsmittel, künstliche Aromen oä zugesetzt ist. Der Phythomineral-Komplex von Heilkraft erfüllt diese Kriterien.
Speziell für die Haut wichtige Stoffe sind außerdem
organischer Schwefel, auch bekannt als MSM (Methylsulfonylmethan)
und Zink.

Ebenfalls sehr wichtig für die Haut und allgemein für einen gesunden Zellstoffwechsel sind Omega-3-Fettsäuren. Diese finden wir, neben zahlreichen anderen wertvollen Inhaltsstoffen, im Hanf, weshalb sich eine Zufütterung von Hanfpellets, die aus der gesamten Pflanze hergestellt werden, als sehr unterstützend in der Behandlung des Sommerekzems gezeigt hat.

Um dem überlasteten Stoffwechsel die Möglichkeit zu geben, wieder ins Gleichgewicht zu kommen, empfehle ich beim Sommerekzem immer eine Darmsanierung und eine sanfte Anregung der Nieren, zB mit Brennesseln oder Birkenblättern. Hierfür ist es allerdings von Vorteil, vorher den Zustand des Stoffwechsels und des Darmmikrobioms labordiagnostisch zu bestimmen, um gezielt therapieren zu können und eine Überforderung und damit eventuelle Verschlimmerung der Symptome zu verhindern.


Alle oben genannten Produkte erhälst du bei Heilkraft und sparst 5% mit dem Rabattcode: thp-stratmann


Alle oben genannten Maßnahmen können deinem Pferd Linderung verschaffen, setzen aber nur an den Symptomen und nicht an der Ursache an. Hierfür muss dein Pferd individuell angeschaut werden, seine Fütterung, Alter, Zustand des Stoffwechsels etc. Dann kann ich euch mit einem ganz persönlichen Therapieplan und einer individuellen Behandlung gezielt unterstützen. 
Melde dich hierfür gerne bei mir, damit der Sommer zukünftig eine entspanntere Zeit für dich und dein Pferd sein darf! 


 Disclaimer: Keine Heilversprechen. Die vorgestellten Tipps und Rezepte dienen nur der Beratung und Information. Die Anwendung erfolgt in eigener Verantwortung. Im Krankheitsfall ist stets ein Tierarzt zu konsultieren.